#mediana17

Unsere Medienrealität hat sich in den letzten dreißig Jahren, angetrieben durch die Digitalisierung, massiv geändert. Eine radikal einfachere Medienproduktion hat in Kombination mit neuen digitalen Kommunikationsformen und sich stark ändernden Geschäftsmodellen die Medienlandschaft zu großen Teilen umgekrempelt. Die dadurch entstandene Niederschwelligkeit im Marktzugang und eigentlich erwünschte Pluralität wurde aber nicht nur von privaten Akteuren oder der Zivilgesellschaft genutzt. Ausgehend von Socialmedia-Plattformen wie Facebook und Youtube hat sich mittlerweile ein dichtes Netzwerk von Medien gebildet, das abgekoppelt vom restlichen Diskurs und medialer Eigenverantwortung antidemokratische und gesellschaftlich desintegrative Agenden vorantreibt. Die dahinterstehnden politisch agierenden Gruppierungen haben in den letzten Jahren mit hoher Professionalität und immensem Mitteleinsatz ihr eigenes Medienangebote ausgebaut. Die Vielzahl an Zeitschriften, Videokanäle und Onlineblogs erreichen eine erhebliche Zahl an Menschen und sind damit zu einem nicht zu unterschätzenden Faktor für die Politik und den demokratischen Diskurs geworden. Rassismus, Sexismus und antidemokratische Haltungen werden gepaart mit Hass- und Hetzbotschaften verbreitet und salonfähig gemacht. Ihr Ziel ist oft nicht, Beiträge zum gesellschaftlichen Diskurs zu leisten, sondern diesen gezielt zu zerstören.

Die Konferenz #mediana17 soll als Diskurs- und Vernetzungsplattform für Personen aus dem Medien-, Demokratie-, Sozial- und Menschenrechtsbereich dienen, um sich mit dieser neuen Medienrealität auseinanderzusetzen. Sie soll die Brücke zwischen Theorie und Diskurs schlagen, AkteurInnen der verschiedener Felder miteinander vernetzen und mittels Good- und Best-practise Beispielen Learnings für alle Beteiligungen generieren. Es sollen langfristige Netzwerke geschaffen werden, die gemeinsam gesellschaftliche Anliegen diskutieren und voranbringen können.

Die Konferenz wird mit Keynotes, Impulsvorträgen, ExpertInnengesprächen, Podiumsdiskussionen, Workshops und einer offenen Barcampstruktur ein dichtes Programm bieten, das im Sinne einer Niederschwelligkeit unentgeltlich besucht werden kann. Deklariertes Ziel ist, einen nachhaltigen Impact im aktuellen Mediendiskurs zu erzielen und den politischen und zivilgesellschaftlichen AkteurInnen konkrete Hilfestellung im Umgang mit hetzerischen Medien in die Hand zu geben und Netzwerke für eigene Anliegen aufbauen.

Die #mediana17 wird am 16. Juni in Salzburg stattfinden, eingebettet in den Rahmen der Civilmedia17, die von 15. – 17. Juni angesetzt ist. Das genaue Programm und der Zeitablauf wird in den nächsten Wochen hier schrittweise bekanntgegeben.

Wenn Sie Interesse an der #mediana17 haben und eine zeitgerechte Einladung und Programminformationen erhalten möchten, hinterlassen sie uns bitte hier ihre Kontaktdaten:

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Programm

Hier finden Sie einen kurzen Überblick über den Stand der Programmplanung für die mediana17 am 16. Juni 2017. Weitere Informationen folgen

#1 Medienwandel

Der Bundespräsidentenwahlkampf 2016 in Österreich zeigte deutlich, dass sich die politische Kommunikation zunehmend ins Internet, insbesondere in Soziale Medien wie Facebook und Twitter verlagert hat. Die Schlagworte „Echokammern“, „Lügenpresse“, aber auch „Hate Speech“ oder „Fake News“ drücken besondere Tendenzen der Social Media Sphäre aus.Wie sind diese Tendenzen zu verstehen und welche Maßnahmen wären notwendig, um ein Funktionieren des medialen politischen Diskurses in demokratisch organisierten Gesellschaften sicherstellen zu können? Braucht es regulatorische Maßnahmen für Social Media und wenn ja, welche? Wie muss die Medienförderung ausgerichtet werden, um weiter Meinungsvielfalt und seriöse politischen Diskurse zu ermöglichen? Was kann von Seiten der Zivilgesellschaft unternommen werden?

Keynote – Medienwandel

Markus Beckedahl (Gründer und Chefredakteur netzpolitik.org)

Panel – Medienwandel

Hans-Peter Siebenhaar (Medienkolumnist, Handelsblatt)

Maria Mayrhofer (#aufstehn)

Thomas Steinmaurer (Publizist, Universität Salzburg)

Alfred Grinschgl (RTR–Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH)

Markus Beckedahl (Gründer und Chefredakteur netzpolitik.org)

 

#2 Urheberrecht

Dieses Panel steht im Zeichen des Richtlinienvorschlags der EU-Kommission, insbesondere sollen das geplante Leistungsschutzrecht und Art. 13 im Zusammenhang und mögliche Auswirkungen auf Meinungsäußerungsfreiheit diskutiert werden. Wie können die Rechte von Urhebern mit dem Recht auf Information und Meinungfreiheit in einklang gebracht werden? Wie überwinden wir die Hemmnisse des Urheberrechts in Lehre und Informationsweitergabe?

Keynote – Urheberrecht

Till Kreutzer (iRights)

Panel – Urheberrecht

Claudia Garád (Wikimedia Österreich)

Gerhard Ruiss (IG Autor*innen)

Elisabeth Hakel (SPÖ-NR.Abg., angefragt)

Michaela Steinacker (Jusitzsprecherin ÖVP, angefragt)

Thomas Lohninger (epicenter.works)

Till Kreutzer (iRights)

Offcamp17: Was können Kultur & Medien voneinander lernen?

Das offcamp zu „Kultur und Medien“ im Rahmen der #mediana17 ist eine Diskurs- und Vernetzungsplattform für Personen aus dem Kultur-, Medien- und Politaktivismusbereich.

Unsere Medienrealität hat sich in den letzten dreißig Jahren, angetrieben durch die Digitalisierung, massiv geändert. Eine radikal einfachere Medienproduktion hat in Kombination mit neuen digitalen Kommunikationsformen und sich stark ändernden Geschäftsmodellen die Medienlandschaft zu großen Teilen umgekrempelt. Dies hat auch Auswirkungen auf die Arbeitsweise von Kunst- und Kulturschaffenden und den MedienproduzentInnen selbst. Im Barcamp sollen daher Strategien zum Umgang mit neuen Medienmodellen, neuen Öffentlichkeitsrealitäten und Produktionsmöglichkeiten diskutiert, entwickelt und ausprobiert werden. In welchen Fällen sollte man sich welcher Medien bedienen? Wann macht es Sinn, eigene Medienkanäle aufzubauen? Wann besser mit anderen kooperieren? Welche Medien gibt es denn derzeit in unserer Region und welche Angebote und Möglichkeiten stellen sie bereit? Wie können die Communitys und AktivistInnen sich besser vernetzen und zusammenarbeiten? Wie gehen wir mit jenen neuen Medien um, die gezielt antidemokratische und gesellschaftlich desintegrative Agenden verfolgen und Angst und Hass schüren? Was tun gegen die Verbreitung von Rassismus und Sexismus, der sich zunehmend durch alternative Fakten legitimiert?

Ein Gutteil des Programms wird beim Barcamp vor Ort entstehen. Zusätzlich werden ExpertInnen als Fixstarter eingeladen, um in sogenannten „Key Sessions“ bestimmte Themen vorzustellen und zu diskutieren. Das Barcamp soll AkteurInnen der verschiedenen Felder miteinander vernetzen und mittels Good- und Bestpractise Beispielen neue Werkzeuge und Ansätze für die Beteiligten zugänglich machen.

Anmelden bzw. Sessionvorschlag

Du möchtest beim Barcamp dabei sein? Super, dann melde dich einfach hier an. Du hast schon ein Thema, dass du fix beim Barcamp einbringen möchtest? Dann trage das im Feld Thema ein und wir berücksichtigen deinen Vorschlag in der Sessionplanung:

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Themen- vorschlag: (optional)

Eine Anmeldung ist nicht zwingend notwendig, hilft uns aber bei der Planung. Themen können auch vor Ort vorgeschlagen werden.

Forderungen

Die Plattform Mediana präsentierte am 5. Mai ihr Positionspapier zur geplanten Medienförderung von Bundesminister Drozda. Das Positionspapier wurde unter breiter Beteiligung von NGOs und Personen aus dem Medien- und Kultursektor erarbeitet und ist von einem breiten Konsens getragen. Die an der Plattform Beteiligten betonen die Relevanz von Qualitätskriterien. Dr. Alexander Baratsits hält fest: „Qualität ist anhand von konkreten Kriterien objektivierbar. Dazu gehört die Anwendung des korrekten Kollektivvertrags, das Vorhandensein und die Einhaltung eines Redaktionsstatutes und die Anerkennung des Presserates.

Es braucht eine Pluralismusförderung

Qualitätsjournalismus muss besonders für nichtkommerziell ausgerichtete Medien kontinuierlich leistbar sein, stehen sie doch – ganz im Sinne der vierten Gewalt – für jene Unabhängigkeit und Pluralität, die für eine demokratische, aufgeklärte Gesellschaft nicht nur höchst profitabel, sondern schlicht unverzichtbar ist. Die Unterzeichner kritisieren deshalb die geplante Einschränkung der förderungsfähigen Projekte: „Der Förderungsausbau muss sich auch auf nichtkommerzielle Print- und Onlinemedienerstrecken“, fordert Mag. Evelyn Schalk von der IG Kultur Österreich.

Gründungsförderung für innovative Medienprojekte

Dieter Zirnig, Gründer des bereits mehrfach ausgezeichneten Politik- und Wahljournals neuwal.com betont, dass digital-only-Projekte besondere finanzielle Unterstützung im Rahmen der Medienförderung brauchen, etwa über einen nachhaltig dotierten Gründungsfonds „Medienvermittlungsprojekte wie neuwal sind sonst trotz ihres großen gesellschaftlichen Mehrwertes anfangs schlicht nicht zu finanzieren“, so Zirnig.

Mehr finanzielle Mittel für alle Mediengattungen – für eine Erweiterung des NKRF

Eine Erhöhung der Förderung – und damit Anerkennung der unzureichenden Finanzierung – darf sich nicht auf den Sektor der Printmedien beschränken. Nicht nur jener Teil der Medienförderung, der an die Presse geht, muss finanziell aufgestockt werden. Freie Radios und Community TV leisten innerhalb des österreichischen Rundfunkangebots einen einmaligen Beitrag zur Inklusion und Meinungsvielfalt. Dr.in Helga Schwarzwald, Geschäftsführerin des Verbandes Freier Radios Österreich, fordert daher: „Die Mittel für den ‚Nichtkommerziellen Rundfunkfonds‘ (NKRF) bedürfen einer Anhebung, um werbefreies, für die Beteiligung der Bevölkerung offenes Radio und Fernsehen qualitätsvoll weiterzuentwickeln.“

Breite Allianz: Termin für alle Stakeholder mit Bundesminister Drozda

Der konkrete Gesetzesvorschlag des Ministers ist für die nächsten Wochen zu erwarten. Die Plattform Mediana, bestehend aus bisher nicht ausreichend am Verhandlungsprozess beteiligten Stakeholdern, präsentiert deshalb Qualitätskriterien als Beitrag zu dieser gesellschaftlich höchst relevanten Gesetzesreform. Das Positionspapier der Plattform Mediana wird von der IG Kultur Österreich, dem Verband Freier Radios Österreich und dem Freien Radio Oberösterreich FRO, dem Politik- und Wahljournal neuwal.com, dem Verband Community Fernsehen Österreich und der Kulturplattform Oberösterreich unterstützt.

„Zivilgesellschaftlichen AkteurInnen der österreichischen Medienlandschaft muss die Gelegenheit gegeben werden, Bundesminister Thomas Drozda ihre Positionen zur Reform darzulegen“, fordern Thomas Diesenreiter, Geschäftsführer der Kulturplattform Oberösterreich und Andreas Wahl, Geschäftsführer von Radio FRO. Dazu haben sie Medienminister Thomas Drozda das Positionspapier übermittelt und ihn um einen Gesprächstermin gebeten, um die Einbeziehung der Zivilgesellschaft in die Verhandlungen um die Medienförderung sicherzustellen.

Das Positionspapier der Mediana-Plattform in voller Länge finden Sie hier: Positionspapier_170505

Menschen

Wer sind unsere Referent*innen und Diskutant*innen? Hier finden Sie Informationen dazu.

Markus Beckedahl

Der 1976 geborene Aktivist und Journalist ist Gründer und Chefredakteur von netzpolitik.org. Der Berliner ist außerdem Partner bei newthinking communications GmbH, Gründer der re:publica, ehrenamtlicher Sprecher des Vereins Digitale Gesellschaft e.V., für Creative Commons Deutschland und im Mitglied im Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Der Blog netzpolitik.org ist eine Plattform für digitale Freiheitsrechte und thematisiert die wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik.

Claudia Garád

Die Kommunikationswissenschaftlerin leitete die Marketingabteilung des Fraunhofer IAO bevor sie 2012  die Geschäftsführung von Wikimedia Österreich übernahm. Der Verein mit Sitz in Wien unterstützt die Menschen hinter der Wikipedia und ihre Ideen. Garád ist darüber hinaus Mitglied des Core-Teams von „Netzpolitischer Abend AT“ sowie im Advisory Board des „Open Data Portal Österreich“.

Alfred Grinschgl

Der 1952 in Graz geborene Jurist arbeitete als Redakteur für die Tageszeitung Südost-Tagespost in Graz, Die Furche und in verschiedenen Funktionen bei Styria. Ab 1993 war er führend an der Etablierung von Privatradio-Unternehmen beteiligt und auch Gründungsgeschäftsführer des ersten Privatradios Antenne Steiermark sowie der Antenne Wien. Seit 1. Juni 2001 ist Alfred Grinschgl Geschäftsführer für den Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH) in Wien. Weiters ist Dr. Alfred Grinschgl für den FERNSEHFONDS AUSTRIA, für die Förderung der nichtkommerziellen und kommerziellen Rundfunkveranstalter sowie für den Digitalisierungsfonds verantwortlich.

Till Kreutzer

Der Jurist und Publizist ist geschäftsführender Partner des iRights.Lab, einem unabhängigen Think Tank über Strategien für die digitale Welt sowie Gründungsmitglied und Herausgeber von iRights.info, einem Informationsportal zu Fragen des Urheberrechts in der digitalen Welt.

Thomas Lohninger

Der vormalige Programmierer und Anthropologe ist seit 2014 Geschäftsführer der netzpolitischen Bürgerrechtsorganisation epicenter.works (vormals AKVorrat Österreich). Er war eine der treibenden Kräfte hinter der www.savetheinternet.eu Kampagne und beschäftigt sich mit den Themen Netzneutralität, Datenschutz und Massenüberwachung. Außerdem schreibt er auf Netzpolitik.org, ist regelmäßiger Gast im Podcast Logbuch:Netzpolitik und engagiert sich beim Digitale Gesellschaft e.V.

Maria Mayrhofer

Die Politologin ist Geschäftsführerin des Vereins #aufstehn und engagiert sich seit Jahren in den Bereichen Migration, Menschenrechte und Gender. #aufstehn ist eine wachsende Community engagierter Menschen, die sich für progressive Politik, soziale und ökonomische Fairness und ökologische Verantwortung einsetzt und sich dafür die digitalen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts zunutze macht.

Gerhard Ruiss

Der 1951 geborene Autor und Musiker ist Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der IG Autor*innen und zudem Sprecher der Initiative „Kunst hat Recht“, die sich für die vergütete Nutzung kreativer Werke einsetzt. Von der österreichischen Netz-Community wurde er dafür mit dem satirischen „Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten“ ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen: Berufstitel Professor 2012, Medaille des Österreichischen Buchhandels für besondere Verdienste um das Buch 2014, Würdigungspreis des Landes NÖ für Literatur 2016

Hans-Peter Siebenhaar

Der 1962 geborene Journalist und Buchautor promovierte zur europäischen Medienpolitik und ist seit 2000 als Medienexperte beim „Handelsblatt“ tätig. Von 2006 bis 2011 betrieb er den Blog Mediawatcher, 2006 bis 2008 produzierte er (zusammen mit Thomas Knüwer) den Medien-Podcast Bel Etage. Zahlreiche Aufsätze in Zeitschriften und Büchern zum Thema Fernsehen. Im März 2017 erschien sein Buch „Österreich. Die zerrissene Republik.“ im Orell Füssli Verlag.

Thomas Steinmaurer

Der Kommunikationswissenschafter leitet das Center for Information and Communication Technologies & Society am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg. Er forscht und publiziert u.a. zu vernetzten Öffentlichkeiten, dem medialen und gesellschaftlichen Wandel, „Dauerkonnektivität“ und der Medienstruktur in Österreich. Bis 2014 war er Chefredakteur des „Medien Journals“ der Österreichischen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft.

to be continued…